NEWS 25.07.2010GdP äußert ihr tiefes Mitgefühl gegenüber den OpfernDuisburg. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat ihr tiefes Mitgefühl gegenüber den Angehörigen der bei der Love Parade in Duisburg getöteten Menschen geäußert. „Wir fühlen mit denen mit, die bei dem tragischen Ereignis in Duisburg Freunde und nahe Verwandte verloren haben“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter. „Unsere Gedanken sind aber auch bei den vielen Menschen, die dort schwere Verletzungen erlebt haben.“Zugleich dringt die GdP auf eine vorbehaltlose Aufklärung der Frage, wie es zu dem schweren Unglück kommen konnte. „Es ist jetzt nicht die Stunde vorschneller Verurteilungen und Erklärungen. Sie helfen auch niemandem weiter“, sagte Richter. „Aber wir sind es den Opfern der Duisburger Love Parade schuldig, dass die Umstände, die zu diesem tragischen Unglückfall geführt haben, zügig und vorbehaltlos aufgeklärt werden. Nichts darf dabei unter den Teppich gekehrt werden, damit sich eine solche Katastrophe nie mehr wiederholen kann.“Zugleich lobte Richter das besonnene Verhalten der vor Ort eingesetzten Polizeibeamten und Rettungskräfte nach dem Ausbruch der Massenpanik im Zugangstunnel zur Love Parade. „Bei allem Entsetzen über diesen tragischen Vorfall dürfen wir nicht übersehen, dass die Zahl der Opfer ohne das entschlossene Eingreifen der vor Ort eingesetzten Sicherheitskräfte noch viel höher gewesen wäre."
07.07.2010Höhere Krankenkassenbeiträge zehren Tariferhöhung komplett aufDüsseldorf. Der von der Bundesregierung geplante Anstieg der Krankenversicherungskosten führt nach Berechnungen der GdP bei vielen Tarifbeschäftigten zu sinkenden Realeinkommen. Die geplante Beitragserhöhung zehrt die diesjährige Gehaltssteigerung komplett auf. Von dem Versprechen mehr Netto vom Brutto ist nichts übrig geblieben“ kritisierte Brigitte Herrschaft, die im Geschäftsführenden Landesvorstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Tarifbeschäftigten zuständig ist. Höchst unsozial sei zudem das Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge. „Damit steigt die Bundesregierung endgültig aus der paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung aus. Künftig müssen die Versicherten alleine für die steigenden Kosten im Gesundheitsbereich aufkommen“, kritisierte Herrschaft.Dieser Systembruch könne auch nicht ansatzweise mit den Kostensteigerungen im Gesundheitswesen und der von der Politik betriebenen „Schonhaltung gegenüber den Arbeitgebern“ begründet werden, so Herrschaft weiter. Die von der Bundesregierung geplante Regelung, dass der „Sozialausgleich“ für die steigenden Krankenversicherungskosten erst 2014 kommen soll, zeige zudem, wie perfide dieses System ist. „Bis der Ausgleich für Geringverdiener 2014 eingeführt wird, haben sich die Beitragszahler längst mit den überhöhten Krankversicherungskosten abgefunden. Neue Beitragsanhebungen lassen sich dann viel geschmeidiger durchsetzen“, fürchtet die stellvertretende GdP-Landesvorsitzende. Von der neuen nordrhein-westfälischen Landesregierung erwartet Herrschaft, dass sie alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzt, um diesen sozialpolitischen Skandal über den Bundesrat zu stoppen.
07.07.2010Koalitionsvertrag stärkt Innere SicherheitDüsseldorf. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die von Rot-Grün angekündigte Erhöhung der Einstellungszahlen bei der Polizei von 1100 auf 1400 Kommissaranwärterinnen und -anwärter pro Jahr als nachhaltige Stärkung der Inneren Sicherheit gelobt. „Die Zusage von Rot-Grün, die jetzige Polizeistärke in NRW dauerhaft zu erhalten, verhindert die Schließung von Polizeiwachen, zu der es sonst wegen der in den kommenden Jahren stark steigenden Zahl von Pensionierungen unweigerlich gekommen wäre. Von den Neueinstellungen profitieren deshalb alle Bürgerinnen und Bürger“, sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Peter Hugo. Positiv wertet die GdP auch die geplante Stärkung der Mitbestimmung im öffentlichen Dienst, die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten, die Modernisierung des Laufbahnrechts und die Wiederherstellung der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizei- und Feuerwehrzulage.„Der öffentliche Dienst steht in den kommenden Jahren vor nachhaltigen Strukturveränderungen. Deshalb ist es gut, dass Rot-Grün die Beschäftigten durch eine Modernisierung des Landespersonalvertretungsgesetzes an den Entscheidungen beteiligen will“, sagte Hugo. Gemeinsam mit den anderen DGB-Gewerkschaften hatte die GdP immer wieder die von der CDU/FDP-Landesregierung in der vergangenen Legislaturperiode stark eingeschränkte Mitbestimmung im öffentlichen Dienst beklagt. „Wer als Polizist jeden Tag auf der Straße die Demokratie verteidigt, muss auch selber Demokratie erleben, wenn es um die Gestaltung der persönlichen Arbeitsbedingungen geht“, sagte Hugo.
Positiv bewertet die GdP zudem die von der künftigen Landesregierung angekündigte Modernisierung des öffentlichen Dienstrechts. „Der öffentliche Dienst wird in den kommenden Jahren massiv mit der Privatwirtschaft um die kleiner werdende Zahl von qualifizierten Schulabgängern konkurrieren. Deshalb ist die von Rot-Grün angekündigte Abschaffung des starren, undurchlässigen Laufbahnrechts überfällig. Wir brauchen für den öffentlichen Dienst Einstellungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, mit denen wir gegenüber der Privatwirtschaft wettbewerbsfähig sind“, sagte Hugo.
06.07.2010Fachtagung „Polizei der Zukunft – Zukunft der Polizei“NRW war über viele Jahrzehnte führend in Fragen der Inneren Sicherheit. Von hier sind wichtige Impulse für die Modernisierung der Polizei auch in anderen Bundesländern ausgegangen. Wie NRW in den kommenden Jahren seiner Rolle als Schrittmacher in Fragen der Inneren Sicherheit wieder gerecht werden kann, diskutieren am 9. Juli auf der Fachtagung „Polizei der Zukunft – Zukunft der Polizei“ hochrangige Polizeibeamte und Sicherheitsexperten aus ganz NRW in Düsseldorf. Schwerpunktthemen der von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Zeitung Behördenspiegel gemeinsam organisierten Fachtagung sind die Grundlinien einer neuen Sicherheitsstruktur, mit der die Politik auf die veränderte Sicherheitslage reagieren kann, und die künftigen Anforderungen an die Ausbildung und Ausstattung der Polizei. Kurzentschlossene können sich noch für die Fachtagung anmelden.Die Fachtagung „Polizei der Zukunft – Zukunft der Polizei“ ist Teil der Veranstaltungsreihe „Polizeitage 2010“, die zeitversetzt in Hamburg, München, Hannover, Düsseldorf und Berlin zu verschiedenen Schwerpunktthemen der Polizeiarbeit stattfindet. Zu den Referenten des Düsseldorfer Polizeitages gehören neben dem Bundes- und dem Landesvorsitzenden der GdP, Konrad Freiberg und Frank Richter, und dem amtierenden nordrhein-westfälischen Innenminister Ingo Wolf (FDP) auch der Direktor des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW, Dieter Schmidt, der Direktor des Landesamtes für zentrale polizeiliche Dienste NRW, Jürgen Mathies, der Präsident der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW, Dr. Ludger Schrapper, und der Politikwissenschaftler und Experte für Innere Sicherheit und Polizeifragen der Universität Witten/Herdecke, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange.
Tagungsort und Anmeldung: Polizeitag Düsseldorf „Polizei der Zukunft – Zukunft der Polizei“ Freitag, 9. Juli 2010 8.50 – 17.30 Uhr Malkasten Jacobistraße 6 a 40211 Düsseldorf Für die Beschäftigen der Polizei NRW kann für die Fachtagung Sonderurlaub gewährt werden. Für GdP-Mitglieder ist die Teilnahme an der Fachtagung kostenlos. Die Anmeldung erfolgt beim Behördenspiegel. Infos und Anmeldeformular: www.polizeitage.de Für Rückfragen: Martin Jung Tel.: 0228/97097-20 E-Mail: martin.jung@behoerdenspiegel.de Tagungsprogramm Polizeitag Düsseldorf: "Polizei der Zukunft – Zukunft der Polizei"
01.07.2010GdP legt Konzept für ganzheitliches Gesundheitsmanagement vorFünf Handlungsfelder
müssen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement der Polizei im
Vordergrund stehen:
Das Konzept der GdP für ein betriebliches Gesundheitsmanagement bei der Polizei gibt es als Broschüre bei den Kreisgruppen der GdP und zum Download. Gesundheitsmanagement der Polizei des Landes NRW Positionspapier der Gewerkschaft der Polizei
23.06.2010Gewerkschaften begrüßen Ende von „Privat vor Staat“Düsseldorf. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz haben heute die acht Mitgliedsgewerkschaften des DGB ihre Erwartungen an die künftige nordrhein-westfälische Landesregierung vorgestellt. „Nicht alles war schlecht in den vergangenen Jahren, aber ‚Privat vor Staat’ ist nicht aufgegangen“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard mit Blick auf die abgewählte schwarz-gelbe Koalition. Von der geplanten rot-grünen Minderheitsregierung erwarten die Gewerkschaften einen Politikwechsel hin zu einem modernen, sozial gerechten NRW. Arbeit, Innovation und Nachhaltigkeit müssten im Mittelpunkt stehen. Handlungsbedarf sieht der DGB zudem im Bildungsbereich und bei der Finanzausstattung der Kommunen. Zu den auf der Pressekonferenz angesprochen Themen gehörte auch die GdP-Forderung nach Heraufsetzung der Einstellungszahlen bei der Polizei auf 1500 pro Jahr.Um faire Arbeitsbedingungen in NRW durchsetzen zu können, fordert der DGB von der künftigen Landesregierung ein Tariftreuegesetz. Dadurch soll Dumpinglöhnen und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei öffentlichen Aufträgen Einhalt geboten werden. Die Ausgaben im Bildungsbereich müssten auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen, der Zugang zu Bildung soll wieder kostenfrei werden und das Bildungssystem zu Gunsten eines längeren gemeinsamen Lernens modernisiert werden. Ein weiterer Schwerpunkt der DGB-Forderungen ist die Wiederherstellung der Mitbestimmung im öffentlichen Dienst durch ein modernes öffentliches Landespersonalvertretungsgesetz.
Weitere Themen in dem 15-Seiten umfassenden Reformkonzept des DGB sind unter anderem die GdP-Forderung nach einer Faktorisierung der Lebensarbeitszeit für besonders belastete Tätigkeiten, wie zum Beispiel dem Wach- und Wechseldienst bei der Polizei, und nach Schaffung von Lebensarbeitszeitkonten, mit deren Hilfe ein flexibler Übergang in den Ruhestand möglich wäre, und die Forderung nach einem betrieblichen Gesundheitsmanagement bei der Polizei. DGB-Presseerklärung: Gewerkschaften unterstützen rot-grüne Landesregierung Forderungen des DGB an die zukünftige Landesregierung
18.06.2010Schimmelschnitzel sind kein EinzelfallDüsseldorf. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert als Konsequenz aus dem Mettmanner Schimmelskandal, dass die Privatisierung der Einsatzverpflegung rückgängig gemacht wird. „Dass in Mettmann verschimmelte Schnitzel an Polizeibeamte ausgegeben worden sind, ist kein Zufall. Ähnliche Vorfälle können sich jeder Zeit auch in anderen Polizeibehörden wiederholen“, warnte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Peter Hugo. Erst Anfang Juni waren bei einem Stadtfest in Wuppertal ungenießbare Buletten an die Polizisten verteilt worden. „Die Polizei muss die Einsatzküchen wieder selbst übernehmen, bevor es zu ernsthaften Sicherheitsproblemen kommt, weil unsere Kolleginnen und Kollegen reihenweise wegen Lebensmittelvergiftung, fehlender Getränke bzw. unhygienischer Verpackung ausfallen“, fordert Hugo.Bereits im Vorfeld des Mettmanner Schimmelskandals hatte die GdP wiederholt auf die massiven Qualitätsprobleme bei der Einsatzverpflegung hingewiesen. Nach Erkenntnissen der GdP entspricht die von den privaten Dienstleistern gelieferte Einsatzverpflegung nicht den Anforderungen, die sich aus der Arbeitssituation und der Arbeitsbelastung der Polizei ergeben. Zudem hat die Privatisierung der Einsatzküchen der Polizei zu erheblichen Mehrkosten geführt, für die der Steuerzahler aufkommen muss. „Privat vor Staat ist nicht billiger, sondern schlechter. An der Rückführung der Einsatzverpflegung in einen Eigenbetrieb der Polizei führt deshalb kein Weg vorbei“, sagte Hugo.
Als Sofortmaßnahme müssten die Polizeibehörden zudem die Möglichkeit bekommen, selber wieder zu entscheiden, bei welchem Caterer sie die Verpflegung für die Einsatzkräfte bestellen. Seit Ende April ist das für jede Behörde nur noch bei einem vom Innenministerium bestimmten Lieferanten möglich.
11.06.2010Erinnerungsort für die im Dienst getöteten PolizistenMehr als 100 Polizisten wurden seit Kriegsende in Nordrhein-Westfalen im Dienst ermordet, fast vierhundert wurden Oper eines Unfalls. An ihr Schicksal soll ab Herbst auf dem Gelände des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei (LAFP) in Selm eine überlebensgroße Stahlplastik erinnern. Gestaltet hat die Skulptur der ehemalige Polizeibeamte und spätere Beuys-Schüler Karl-Heinz Herzfeld, der sich seit seiner Pensionierung unter dem Namen Anatol auch international als Künstler einen Namen gemacht hat. Am heutigen 10. Jahrestag der bei einer Verkehrskontrolle ermordeten Polizeibeamten Thomas Goretzky (36), Ivonne Hartkemper (34) und Matthias von Woitowitz (35), hat Anatol gemeinsam mit Innenminister Ingo Wolf (FDP) den Grundstein für das geplante Mahnmal gelegt. An der Gedenkfeier nahmen auch zahlreiche Gewerkschaftsvertreter teil.Anatol nennt seine Stahlskulptur „Wächter“. Für ihn ist die Skulptur, die durch fünf Findlinge ergänzt wird, in die symbolische Figuren eingemeißelt sind, ein Zeichen für Frieden und Menschlichkeit. Wächter-Figuren kommen in Anatols Werk immer wieder vor. Bereits für die Documenta 1992 in Kassel hatte Anatol „Wächter“ geschaffen. „Wächter werden wichtig werden“, hatte er damals gesagt.
Innenminister Ingo Wolf erinnerte bei der Grundsteinlegung für den geplanten Erinnerungsort für die im Dienst verletzten und getöteten Polizisten in Selm daran, dass Polizeibeamte täglich für die Freiheit und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ihre Gesundheit und ihr Leben einsetzen. „Ohne diesen Einsatz kann kein demokratischer Rechtsstaat funktionieren“, sagte Wolf. Besonderes Merkmal des geplanten Erinnerungsortes ist auch dessen Finanzierung: Einen erheblichen Teil der erforderlichen Mittel will die gemeinsam vom Innenministerium und den Polizeigewerkschaften getragene Polizei-Stiftung NRW durch Spenden von Kolleginnen und Kollegen beisteuern. Damit die finanziellen Beiträge für den Erinnerungsort nicht zu Lasten der übrigen Arbeit der Stiftung gehen, hat die Stiftung ein Sonderkonto eingerichtet. „Mit den Spenden wollen wir ein Zeichen setzen, dass mit der Ermordung von Polizeibeamten nicht das Leben unserer Kolleginnen und Kollegen ausgelöscht wird, sondern dass diese Mordtaten auch ein Angriff auf uns alle ist. Deshalb ist es wichtig, dass der Erinnerungsort ein Ort von Polizisten für Polizisten ist“, sagte Diethelm Salomon, der als Mitglied des Hauptpersonalrats der Polizei auch Vorsitzender der Polizeistiftung ist. Auch die GdP unterstützt das Projekt. „Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Kolleginnen und Kollegen durch einen eigenen Beitrag die Finanzierung des Erinnerungsortes für unsere ermordeten Kolleginnen und Kollegen unterstützen, weil Erinnerung einen konkreten Ort des Nachdenkens braucht“ sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Peter Hugo. Der geplante Standort in Selm sei wegen seiner exponierten Lage dazu in besonderer Weise geeignet, weil hierhin nicht nur die nordrhein-westfälischen Polizeibeamtinnen und -beamten immer wieder aus beruflichen Gründen kommen, sondern auch viele Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern. Hugo gratulierte der Polizeistiftung ausdrücklich dafür, dass es ihr gelungen ist, mit Anatol einen international renommierten Künstler für die Gestaltung des Erinnerungsortes zu gewinnen. „Mit dem Wächter hat Anatol eine Sprache gefunden, die auch ohne Worte verstanden wird.“ ____________________________________________________________________________________________ Spenden: Polizeistiftung NRW, Stichwort „Wächter“ BBBank eG Düsseldorf, Konto-Nr. 6 666 680, BLZ 660 908 00
11.06.2010Problemfans sind in Deutschland gebliebenDüsseldorf. Die heute beginnende Fußballweltmeisterschaft wirft nicht nur in Südafrika Sicherheitsprobleme auf, sondern auch in NRW. „Die polizeibekannten Problemfans sind in Deutschland geblieben, weil für sie eine Reise nach Südafrika zu teuer ist. Deshalb ist zu befürchten, dass es bei einem Teil der mehr als 80 Public Viewing-Veranstaltungen, die alleine in NRW angemeldet sind, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen wird“, warnte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert. Das gelte insbesondere für die Großstädte, wo Störer die Spieltage mit deutscher Beteiligung zu hooligantypischen Verabredungen nutzen könnten.Bestätigt sieht die GdP ihre Befürchtungen durch die erst vor kurzem veröffentlichten Zahlen der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) zur Fußballsaison 2008/2009. Danach haben die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans in der Saison 2008/2009 im Vergleich zur Vorsaison erneut massiv zugenommen. Allein in den ersten beiden Fußballligen stieg die Zahl der am Rande der Spiele begangenen Straftaten von 4632 auf 6030. Die Zahl der dabei Verletzten stieg von 501 auf 579.
Gewalttätige Auseinandersetzungen bei Spielen der 1. und 2. Bundesliga
Quelle: ZIS
GdP-Sommertreff / Familientag am Samstag, 17.07.10, im Movie ParkAm Samstag, 17. Juli 2010 findet der diesjährige Familientag im Movie Park, Bottrop-Kirchhellen, statt. Nur an diesem Tag gilt der Vorzugseintrittspreis von 18,50 € und Rabatte auf Speisen und Getränke. Berechtigungsscheine ab sofort im GdP-Büro bestellbar.
28.05.2010Leutheusser-Schnarrenberger bagatellisiert StraftatenDüsseldorf. Die Äußerungen von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zur Ahndung gewalttätiger Angriffe auf Polizeibeamte ist auf massive Kritik der Gewerkschaft der Polizei (GdP) gestoßen. „Wenn in Deutschland jedes Jahr 27 000 Polizisten bei der Ausübung ihres Dienstes angegriffen werden, haben wir längst das ‚Zweiklassenrecht’, das Frau Leutheusser-Schnarrenberger angeblich verhindern will“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter, der auch dem GdP-Bundesvorstand angehört. „Denn es sind die Polizisten, die jeden Tag ihren Kopf dafür hinhalten, dass Andere in Sicherheit leben können. Sie sorgen dafür, dass es in Deutschland nicht zu einer Zweiklassengesellschaft kommt, mit Angsträumen in die sich normale Menschen nicht mehr hinein trauen. Oft werden sie dafür sogar krankenhausreif geschlagen.“Der Bundesjustizministerin gab Richter den Rat, endlich die Fakten zur Kenntnis zu nehmen. „Wer trotz der immer brutaleren Angriffe auf Polizisten die Forderung nach härteren Strafen als ‚völlig überdreht’ bezeichnet, trägt zur Bagatellisierung der Situation bei, nicht zu deren Lösung“, sagte Richter. Der GdP-Landesvorsitzende erinnerte daran, dass Randalierer, die Polizisten angreifen, in der Mehrzahl der Fälle straffrei aus gehen. „Wer trotzdem davon spricht, dass wir ‚gerade im Bereich der Körperverletzungsdelikte einen ausgewogen Schutz haben’, weiß nicht, wovon er spricht.“
27.05.2010Rechtssicherheit bei Abschaffung der Blutproben entscheidendDüsseldorf. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt die von Innenminister Ingo Wolf (FDP) geforderte Abschaffung der Blutproben bei Alkoholsündern. „Die heutige Generation von Atemanalysegeräten kann die Blutproben problemlos ersetzen. Die Abweichungen sind so gering, dass sie für das Strafmaß vollkommen unerheblich sind“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter. Die Abschaffung der Blutprobe ist auch für die betroffenen Autofahrer sinnvoll, weil sie nicht tagelang auf das Ergebnis der Blutanalyse warten müssen, sondern sofort wissen, mit welchen Folgen sie wegen Trunkenheit am Steuer rechnen müssen. Entscheidend ist für die GdP allerdings die Rechtssicherheit bei der Feststellung des Alkoholgehalts. „Die Abschaffung der Blutproben muss glasklar im Gesetz geregelt sein, damit betrunkene Autofahrer nicht straffrei bleiben“, fordert Richter. Rechtlich sei das aber kein Problem, wie die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern zeigen. „In vielen EU-Ländern sind die Blutproben längst abgeschafft, ohne das Alkoholsünder am Steuer einen Freifahrschein haben.“Durch die Abschaffung der Blutproben würde sich zudem das Problem des Richtervorbehalts entschärfen. Weil die Entnahme einer Blutprobe ein schwerwiegender Grundrechtseingriff ist, kann sie in der Regel nur von einem Richter angeordnet werden. Das hatte in der Vergangenheit in NRW immer wieder zu Problemen geführt, weil viele Gerichte gerade nachts, wenn besonders viele alkoholisierte Autofahrer unterwegs sind, nicht erreichbar sind. Mehrfach blieben betrunkene Autofahrer nur deshalb straffrei, weil kein Richter erreichbar war. „Das dieser Skandal durch den Verzicht auf die Blutproben endlich beendet wird, ist überfällig“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende.
26.05.2010Schnelle und harte Reaktion erforderlichDüsseldorf Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, Frank Richter, sieht in den heute vorgestellten ersten Ergebnissen der bundesweiten Studie „Gewalt gegen Polizeibeamte“ einen Beleg für die Notwendigkeit härterer Strafen für Übergriffe auf Polizeibeamte. „Wer Polizisten angreift, greift den Staat an. Er will einen rechtsfreien Raum schaffen, in dem er machen kann, was er will. Dem darf der Staat nicht tatenlos zusehen“, erklärte Richter. Deshalb müsse sich der Bundestag umgehend der bereits Anfang Mai vom Bundesrat beschlossenen Heraufsetzung der Höchststrafe für Übergriffe auf Polizisten von zwei auf drei Jahre anschließen, fordert Richter. Für noch wichtiger als die Heraufsetzung der Höchststrafe hält der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende die Einführung einer Mindeststrafe. „Wir brauchen endlich ein klares Signal der Politik, dass ein Angriff auf einen Polizisten kein Kavaliersdelikt ist, sondern eine schwere Straftat. Sie muss von den Gerichten entsprechend geahndet werden.“ Wegen der Schwere der Tat fordert die GdP, dass Übergriffe auf Polizeibeamte als eigene Straftat verfolgt werden.Dringenden Handlungsbedarf sieht Richter auch deshalb, weil in NRW die Zahl der gewaltsamen Übergriffe auf Polizeibeamte in den vergangenen Jahren nahezu explodiert ist. „Alle 90 Minuten wird bei uns ein Polizeibeamter gewaltsam angegriffen. Deshalb muss NRW unverzüglich auf die heute veröffentlichte Gewaltstudie reagieren, auch wenn das Land selbst nicht an der Erstellung der Studie beteiligt war, sondern erst im kommenden Jahr eine eigene Studie vorlegen will“, fordert Richter.
17.05.2010NRW muss sich in die Debatte um die Sicherheitsverwahrung einschaltenDüsseldorf. GdP-Landesvorsitzender Frank Richter hat die nordrhein-westfälische Landesregierung aufgefordert, sich in die Debatte um die Sicherheitsverwahrung rückfallgefährdeter Straftäter einzuschalten. „Auch in Nordrhein-Westfalen besteht die Gefahr, dass gefährliche Straftäter entlassen werden müssen, weil der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine nachträgliche Verlängerung der Sicherheitsverwahrung gekippt hat. Die Polizei wird aber nicht in allen Fällen eine rund um die Uhr-Bewachung der stark Rückfall gefährdeten Straftäter sicherstellen können“, warnte Richter. „Die Landesregierung darf deshalb nicht warten, bis der Bund die Sicherheitslücke durch ein Bundesgesetz geschlossen hat, sondern muss über den Bundesrat eigene Vorschläge für eine verfassungskonforme Sicherheitsverwahrung gefährlicher Straftäter einbringen.Bereits Anfang des Jahres hatte Richter ein eigenständiges Unterbringungsrecht für rückfallgefährdete Sexualstraftäter gefordert, die sich während der Haftzeit einer Therapie entziehen. „Hier muss Opferschutz vor Täterschutz gehen“, hatte Richter gesagt. „Für rückfallgefährdete Sexualstraftäter brauchen wir ähnliche gesetzliche Regelungen, wie es sie auch für psychisch kranke Menschen gibt, wenn von ihnen eine Gefahr für Leib und Leben Anderer ausgeht.“
Handlungsbedarf sieht Richter zudem bei der Suche nach geeigneten Räumen für die Sicherheitsverwahrung. „Wenn sich die bayerische Justizministerin Beate Merk mit ihrer Forderung durchsetzen sollte, die in einer Sicherheitsverwahrung bleibenden Straftäter in Zukunft außerhalb der Gefängnisse unterzubringen, brauchen wir auch in NRW entsprechende Gebäude. Solche Gebäude finden sich aber nicht über Nacht. Deshalb muss das Land schnell handeln“, fordert Richter.
Neue Veranstaltungen
03.05.2010Wolf erfüllt Forderung nach eigener GewaltstudieDüsseldorf. Die GdP hat die Entscheidung von Innenminister Ingo Wolf (FDP), vier Monate nach dem Ausstieg des Landes aus der vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen erhobenen bundesweiten Studie „Gewalt gegen Polizisten“ eine eigene Gewaltstudie für NRW auf den Weg zu bringen, begrüßt. Ursprünglich hatte Wolf diesen Schritt bereits im Dezember vergangenen Jahres angekündigt. Statt der versprochenen Studie hatte der Innenminister Anfang 2010 aber lediglich eine Sonderauswertung von statistischen Daten zu Übergriffen auf Polizisten durch das Landeskriminalamt gestartet. Dieses Verhalten des Innenministers war auf massive Kritik der GdP gestoßen. „Ich freue mich, dass der Innenminister die Kritik der GdP jetzt aufgegriffen hat und eine Projektgruppe mit der Planung, Vorbereitung und Durchführung einer Gewaltstudie für NRW beauftragt hat. Das gibt uns die Chance, endlich etwas gegen die Ursachen der zunehmenden Gewalt gegen Polizeibeamte zu unternehmen“, sagte GdP-Landesvorsitzender Frank Richter.Nach Erkenntnissen der GdP gab es allein in NRW im vergangenen Jahr 5700 gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte. Das sind fast doppelt so viele Übergriffe wie noch vor zehn Jahren. Ein Großteil der Gewalttaten gegen Polizisten geschieht im normalen Einsatzgeschehen, beim Schlichten von Streitigkeiten, zu denen die Polizeibeamten hinzugerufen werden. Hinzu kommen gewalttätige Übergriffe am Rande von Demonstrationen und bei Fußballspielen. „Über die Ursachen der zunehmenden Gewalt gegen Polizisten ist relativ wenig bekannt. Die letzte wissenschaftliche Studie stammt aus dem Jahr 2000 und ist damit kaum noch aussagekräftig. Deshalb ist die jetzt gestartete neue Gewaltstudie mehr als überfällig“, sagte Richter.
In der neuen Gewaltstudie müssen nach Meinung der GdP fünf Themenkomplexe vordringlich untersucht werden:
30.04.2010Banken endlich bei der Finanzkrise in die Pflicht nehmenPaderborn. Auf der Mai-Kundgebung des DGB in Paderborn hat GdP-Landesvorsitzender Frank Richter die Politik aufgefordert, die Banken endlich für die Kosten der Finanzmarktkrise in die Pflicht zu nehmen. „Es ist ein Skandal, dass die Banken bislang weder für die Kosten der von ihnen verursachten Krise in die Pflicht genommen worden sind, noch durch neue Finanzmarktgesetze an die Kette gelegt worden sind, damit sich ein derartiger Zusammenbruch der Weltwirtschaft nicht wiederholen kann“, sagte Richter. „Deshalb geht es bei der Landtagswahl am 9. Mai auch um die Frage, wer für die Kosten der Krise aufkommen muss“. Richter kündigte den massiven Widerstand der Gewerkschaften an, falls die Politik versuchen sollte, die Kosten der Finanzmarktkrise auf die Beschäftigten abzuwälzen. „Die Auseinandersetzungen, die nach der Wahl auf uns zukommen werden, werden nicht einfach zu bewältigen sein, aber wir werden uns durchsetzen. Die nächste Zeit wird eine Zeit der Gewerkschaften sein“, prophezeite Richter.In seiner Rede ging der GdP-Landesvorsitzende auch auf die bereits seit Monaten in Paderborn schwelende Auseinandersetzung um die Verlagerung von Arbeitsplätzen bei Siemens IT Solutions ins Ausland ein. Richter kritisierte, dass die Manager bei Siemens offenbar nicht aus den Erfahrungen anderer Unternehmen gelernt hätten, die ihre aus Kostengründen ins Ausland verlagerten Produktionsstätten längst wieder nach Deutschland zurückgeholt haben. „Produktionsverlagerungen rechnen sich nicht, weil die Produktionskosten mehr sind, als reine Lohnkosten“, sagte Richter.“ Dazu gehören auch die Rechtssicherheit, die ein Standort bietet, und die Vorteile eines regulierten Arbeitsmarktes mit starken Gewerkschaften, die nicht nur faire Löhne garantieren sondern auch hohe Qualitätsstandards und Produktionssicherheit“.
Für Richter ist der Kampf der Gewerkschaften bei SIS symbolisch für die Auseinandersetzungen um die Zukunft des Standortes Deutschland. „Es ist nicht akzeptabel, dass das Management bei SIS jetzt im Dienstleistungsbereich noch einmal die gleichen Fehler wiederholt, die andere Manager vorher im Produktionsbereich gemacht haben“, sagte Richter.
29.04.2010Ohne zusätzliche Hundertschaften wird es unerträglichDüsseldorf. Am 1. Mai-Wochenende steht die Polizei in NRW im Dauereinsatz. Wegen der Mai-Demonstrationen des DGB, Wahlkampfveranstaltungen der Parteien, dem vorletzten Spieltag der Bundesliga, dem Volksfest „Rhein in Flammen“ und einem Motorradtreffen der Rockergruppe Bandidos, sind nicht nur alle 18 Hundertschaften der Polizei im Einsatz, sondern auch sämtliche Alarmzüge, die aus Polizeibeamten des normalen Wach- und Wechseldienstes gebildet werden. „Unsere Kollegen arbeiten am Limit, mehr geht einfach nicht“, warnt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Frank Richter angesichts der Überlastung der Polizei. „Die Situation am kommenden Wochenende ist zwar extrem, aber schon längst keine Ausnahme mehr“, erklärte Richter. „Deshalb brauchen wir endlich drei zusätzliche Einsatzhundertschaften, sonst wird die Situation unerträglich.“Das Arbeitswochenende der Polizei beginnt bereits am Freitag mit Einsätzen bei der Walpurgisnacht in Köln, Düsseldorf und Mettmann, beim May Day in Dortmund und dem Drittliga-Spiel des WSV gegen Jena. Am Samstag ist die Polizei neben dem Schutz der Mai-Demonstrationen des DGB bei vier parallel stattfindenden Spielen der ersten Bundesliga im Einsatz: Borussia Dortmund gegen Wolfsburg, Schalke 04 gegen Werder Bremen, Bayer Leverkusen gegen Herta BSC, 1. FC Köln gegen Freiburg. Hinzu kommen Demonstrationen der Autonomen in Wuppertal, von Pro NRW in Solingen, der Tamilen in Düsseldorf, der „AG Kritische Kulturhauptstadt“ in Dortmund und das Volksfest „Rhein in Flammen“ in Bonn.
Am Sonntag geht es weiter mit den Spielen der 2. Bundesliga, einem Klimadialog in Bonn, einem Motorradtreffen der Rockergruppe Bandidos in Bochum und dem Wahlkampfauftakt von Pro NRW in Minden. Zudem sind am Wochenende vier Einsatzhundertschaften aus NRW in Berlin im Einsatz, um dort größere Auseinandersetzungen bei den 1. Mai-Demonstration linker Gruppen zu verhindern. „Dass NRW am 1. Mai auch andere Bundesländer unterstützt, ist richtig, weil unsere Kräfte hervorragend geeignet sind, eine Eskalation der Gewalt zu verhindern“, betonte Richter. Trotzdem ist für die GdP inzwischen die Grenze der Belastbarkeit erreicht. „Deshalb brauchen wir die drei weiteren Hundertschaften zusätzlich. Dazu müssen die Einstellungszahlen von 1100 auf 1500 erhöht werden“, fordert der GdP-Landesvorsitzende.
![]() 22.04.2010Leitanträge zur Gewalt gegen Polizei und zur Modernisierung des Dienstrechts beschlossenDortmund. Mit der Beschlussfassung von Anträgen zur Ausbildung bei der Polizei, zur Modernisierung des Beamtenrechts und zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen der GdP setzt der Landesdelegiertentag der GdP heute seine Beratungen in Dortmund fort. Gestern hatten die Delegierten bereits weitreichende Vorschläge zur Modernisierung des Dienstrechts in NRW, zur Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements bei der Polizei und zur Mitbestimmung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst beschlossen.Im Leitantrag „Polizei im Spektrum der Gewalt“ fordert die GdP die Einführung einer Mindeststrafe bei Übergriffen auf Polizeibeamte. „Die Gewalt gegenüber Polizei- und Vollstreckungsbeamten hat ein Ausmaß erreicht, das ein unverzügliches Handeln unverzichtbar macht. Die Polizeibeamten, die jeden Tag ihre Knochen für die Sicherheit der Bürger herhalten, haben ein Recht, dass sich der Staat schützend vor sie stellt, wenn sie selber von Gewalttätern angegriffen werden“, heißt es in der Begründung des Antrags.
Weiter heißt es in dem Antrag, dass der Entwicklung der Jugendgewalt nicht länger tatenlos zugesehen werden dürfe. Zu deren Eindämmung müssten „alle zur Verfügung stehenden jugendpräventiven Mittel intensiviert und die hierfür erforderlichen sächlichen und personellen Mittel zur Verfügung gestellt werden“. Zudem fordert die GdP, dass zur Eindämmung der Gewalt bei Fußballspielen die Verantwortungsträger in Politik, bei den Fußballverbänden, den beteiligten Vereinen, der Deutschen Bahn sowie den Städten stärker in die Pflicht genommen werden.
Im Leitantrag „Den demografischen Wandel gestalten“ fordert die GdP eine nachhaltige Änderung der Personalpolitik. Dringender Handlungsbedarf besteht, weil „Streifenwagenbesatzungen, deren Durchschnittsalter deutlich über 50 Jahre liegt, schon bald nicht mehr die Ausnahme, sondern in vielen Polizeibehörden die Regel sein werden“. Besorgniserregend sei zudem der hohe Krankenstand bei der Polizei. Die GdP hält deshalb einen grundlegenden Kurswechsel für überfällig. Neben der Faktorisierung der Arbeitszeit und der Einführung von Lebensarbeitszeitkonten fordert die GdP deshalb auch die Einführung eines Gesundheitsmanagementsystems und das Festhalten an den spezifischen Altersgrenzen bei der Polizei. Zudem haben sich die Delegierten in Dortmund detaillierte Forderungen zur Modernisierung der Mitbestimmung im öffentlichen Dienst beschlossen. Wer als Polizeibeamter tagtäglich die Demokratie schützt, müsse auch selbst Demokratie erfahren, wenn es um die Gestaltung der eignen Arbeitsbedingungen geht.
![]() 21.04.2010Ministerpräsident Rüttgers vor GdP-Delegierten.„Die Polizei vor Übergriffen strafrechtlich besser schützen“Dortmund. „Die Polizei vor Übergriffen strafrechtlich besser zu schützen und den Opferschutz in den Mittelpunkt rücken“ nannte NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers vor den Delegierten und Gästen des 30. Ordentlichen Delegiertentages des GdP-Landesbezirks am Mittwoch in Dortmund als zentrale Forderungen eines Sieben-Punkte-Katalogs für eine neue Sicherheitskultur in Nordrhein-Westfalen.Auch für ein entschlosseneres Vorgehen gegen Jugendkriminalität, die Beseitigung von Angsträumen durch Videoüberwachung und mehr Polizeipräsenz sowie einen wirksameren Schutz von Kindern vor Sexual- und Gewaltstraftätern will sich der Ministerpräsident einsetzen. Gleichzeitig sprach er sich für eine stärkere Vernetzung der Sicherheitsbehörden aus. Rüttgers, der die Einladung zum 30. Delegiertentag bereits vor zwei Jahren anlässlich der Festveranstaltung zum 60jährigen Geburtstag der GdP angenommen hatte, versicherte: „Der Austausch mit der Gewerkschaft der Polizei ist mir sehr wichtig.“
Dass dieser Austausch für die Polizeibeschäftigten Früchte getragen hat, bewies die Streichung der kw-Vermerke, durch die 841 Stellen erhalten geblieben sind, die Verdoppelung der Zahl der Neueinstellungen von jährlich 500 Polizeianwärtern auf 1100 und die fast hundertprozentige Umsetzung der Zweigeteilten Laufbahn. Mittlerweile sind 33 Prozent aller Polizisten in Nordrhein-Westfalen Hauptkommissare. Ministerpräsident Rüttgers vor den GdP-Delegierten: „Wir haben viel erreicht. Aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns. Ich bin überzeugt, gemeinsam können wir viel erreichen. Ich bin offen für die Wünsche der Gewerkschaft der Polizei.“
Daniela Schneckenburger kritisierte in Ihrem Grußwort die von der CDU/FDP-Koalition vorgenommenen Einschränkungen der Mitbestimmungsrechte im öffentlichen Dienst. Die Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten müssten wieder hergestellt werden, forderte Schneckenburger. Der Landesbezirk der Gewerkschaft der Polizei konnte zur Festveranstaltung des 30. Ordentlichen Delegiertentages am Mittwoch zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung, Behörden und Einrichtungen, befreundeten Gewerkschaften und Institutionen begrüßen.
![]() 20.04.201030. Ordentlicher Delegiertentag der GdP-Nordrhein-Westfalen:Frank Richter mit 95 Prozent der Stimmen als GdP-Vorsitzender bestätigtDortmund. Mit 95 Prozent der abgegebenen Stimmen hat der heute beginnende Landesdelegiertentag der Gewerkschaft der Polizei in NRW den bisherigen GdP-Landesvorsitzenden Frank Richter in seinem Amt bestätigt. Für Richter, der seit fünf Jahren an der Spitze des mit 36 000 Mitgliedern größten Landesbezirks der GdP steht, stimmten 196 von 206 Delegierten. In einem Grundsatzreferat hatte Richter zuvor noch einmal darauf hingewiesen, dass es die GdP gewesen ist, die allen Widerständen zum Trotz die Heraufsetzung der Einstellungszahlen bei der Polizei in NRW von 500 auf 1100 pro Jahr durchgesetzt hat. Dies sei alles andere als selbstverständlich gewesen, sagte Richter mit Blick auf den Stellenabbau bei der Polizei in anderen Bundesländern.Zu den Erfolgen der GdP in den vergangenen Jahren zählte Richter auch das Ergebnis der letzten Tarifrunde im öffentlichen Dienst. 2009 hatten die Gewerkschaften trotz Wirtschaftskrise in den Ländern eine Tariferhöhung von 5,4 Prozent durchsetzt. Der öffentliche Dienst hatte dadurch erstmals wieder Anschluss an die Einkommensentwicklung in anderen Branchen gefunden.
Zugleich warnte Richter auf dem Landesdelegiertentag der GdP davor, die Folgen der Wirtschaftskrise für die Beschäftigten zu unterschätzen. „Für die Gelder, die man verantwortungslosen Bankern in den Rachen geschmissen hat, wird jemand zahlen müssen“, sagte Richter in Dortmund. Die Ankündigung von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, weitere 12 000 Stellen im öffentlichen Dienst abzubauen, sei erst der Anfang davon, was nach der Landtagswahl auf die Beschäftigten zukommen werde. „Nichts wird in Zukunft mehr sichern sein, weder bei der Bezahlung noch bei Sozialleistungen oder bei den Arbeitsplätzen“, warnte Richter. Deshalb geht der GdP-Landesvorsitzende davon aus, dass die kommenden Jahre eine „Zeit der Gewerkschaften“ sein werden. „Wir werden beweisen müssen, dass wir in der Lage sind, außerparlamentarischen Druck zu erzeugen“, sagte Richter. Dieser Herausforderung werde sich die GdP stellen. Als eine Art Nagelprobe sieht Richter die geplante Dienstrechtsreform für den öffentlichen Dienst. An ihr werde sich zeigen, ob in Zukunft „die Beamtinnen und Beamten wieder nur als Sparschwein missbraucht werden, oder ob die Politik gewillt ist, ein zukunftsorientiertes, modernes öffentliches Dienstrecht zu schaffen“. In den kommenden Tagen wollen die Mitglieder des Delegiertentags ein umfangreiches Reformkonzept zur Modernisierung des öffentlichen Dienstrechts beschließen, das auch den veränderten demografischen Herausforderungen gerecht wird.
Mit einer breiten Vertrauensbasis haben die Delegierten des 30. Ordentlichen Delegiertentages des Landesbezirks Nordrhein-Westfalen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ihre neue Führungsmannschaft ausgestattet. Nach der überzeugenden Wiederwahl Frank Richters zum Vorsitzenden konnten auch die weiteren zur Wahl stehenden Kandidaten klare Mehrheiten erzielen: so die stellvertretenden Vorsitzenden Peter Hugo (BV Köln), Arnold Plickert (BV Arnsberg), Brigitte Herrschaft (BV Düsseldorf) und Werner Dominke (BV Arnsberg). Die weiteren Mitglieder des Geschäftsführenden Landesbezirksvorstands wurden ebenfalls von einer großen Mehrheit der Delegierten in ihre Funktion gewählt. Zum Landeskassierer wurde Heinrich Senkowski (BV Düsseldorf) wiedergewählt. Sein Stellvertreter ist Lorenz Rojahn (BV Münster). Zum Landesschriftführer wählten die Delegierten Karl-Heinz Kochs (BV Aus- und Fortbildung), zum stellvertretenden Landesschriftführer Wolfgang Spies (BV Düsseldorf). Weitere Mitglieder im Geschäftsführenden Landesvorstand sind Michael Mertens (BV Köln) und Volker Huß (BV Detmold). Die bisherigen Vorstandsmitglieder Herbert Uebler, Thomas Höner, Udo Linnenbrink und Kurt Bongard hatten wegen Erreichens der Altersgrenze oder aus beruflichen Gründen nicht mehr erneut kandidiert.
![]() 20.04.2010Grundsatzrede des NRW-Landesbezirksvorsitzenden Frank Richter:"Wir brauchen keine Experten, die die Polizei nur aus dem 'Tatort' kennen"Dortmund. In seiner Grundsatzrede vor den Teilnehmern und Gästen des Delegiertentages der GdP-Nordrhein-Westfalen forderte Landesbezirksvorsitzender Frank Richter ein durchgängiges Laufbahnrecht, individuelle Lebensarbeitszeitmodelle, die sich an den realen Erschwernissen des Polizeidienstes orientierten und eine Neuregelung des nicht mehr den heutigen Gegebenheiten entsprechenden Zulagenwesens. Richter: "Wir werden dafür kämpfen, dass man eine Reform nicht wieder dazu nutzt, auf kaltem Wege die lang erkämpften Errungenschaften einzustampfen. Wer Sicherheit produziert muss auch in Sicherheit leben können! Wir werden deshalb für eine modernes Dienstrecht kämpfen!" Die Polizei benötige, so fuhr Richter fort, eine Weiterentwicklung ihrer Struktur im Inneren und Äußeren: "Wenn es um neue Strukturen geht, sollten wir die Fachleute fragen, die etwas von Polizei verstehen, nämlich die Polizei selbst. Wir brauchen keine Experten, die die Polizei nur aus dem „Tatort“ kennen. Lasst uns unsere Arbeit tun, wir verstehen etwas davon."
![]() 20.04.2010Wir sichern ZukunftNur zwei Wochen vor der auch bundesweit entscheidenden Landtagswahl in NRW hat die Gewerkschaft der Polizei für den 20. bis 22. April zu ihrem Landesdelegiertentag nach Dortmund eingeladen. Unter dem Motto "Wir sichern Zukunft" werden 400 Delegierte und aktive Gewerkschaftsmitglieder aus ganz NRW über die Grundzüge der Arbeit der GdP für die kommenden vier Jahre beraten und u. a. den Geschäftsführenden Landesbezirksvorstand für die nächste Legislaturperiode wählen.Zu den politischen Gästen, die auf dem Landesdelegiertentag reden, zählen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, seine sozialdemokratische Herausforderin Hannelore Kraft sowie Innenminister Ingo Wolf. In einer politischen Dialogrunde werden die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Grüne Daniela Schneckenburger, der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Peter Biesenbach, der SPD-Innenpolitiker Ralf Jäger, der DGB-Landesvorsitzende Guntram Schneider und der GdP-Bundesvorsitzende Konrad Freiberg zu ihren Zukunftskonzepten für die Innere Sicherheit Rede und Antwort stehen. Zudem nehmen weitere Mitglieder der Landtagsfraktionen, Vertreter anderer europäischer Polizeigewerkschaften sowie zahlreiche Polizeipräsidenten und Landräte aus ganz NRW am Delegiertentag teil.
Von den Delegierten werden mehr als 200 Anträge zu den verschiedenen Aufgabenfeldern Polizeiarbeit und zu den Arbeitsbedingungen der Polizistinnen und Polizisten beraten. Eigene Leitanträge liegen zu den Themen Polizei im Spektrum der Gewalt, Verkehrssicherheit, Modernisierung des Dienstrecht, Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagementsystems bei der Polizei und Reform des LPVG vor. Breitere Debatten werden zudem bei den kriminalpolitischen Anträgen erwartet. Darunter zählt die Forderung nach Einführung eines zeitlich befristeten Fahrverbots als mögliche Strafe für jugendliche Gewalttäter, die Einführung elektronischer Fußfesseln als alternative für kurzfristige Freiheitsstrafen und die Forderung nach Strafbarkeit fremdsprachiger Naziparolen.
NRW stellt Bundesvorsitzenden der SeniorenPotsdam.19.4.2010Der nordrhein-westfälische Landesseniorenvorsitzende Anton Wiemers ist heute auch zum Vorsitzenden der Seniorengruppe der GdP auf Bundesebene gewählt worden. Er erhielt in geheimer Wahl 84 Prozent der Stimmen. Wiemers hatte kandidiert nachdem der ursprüngliche Kandidat Norbert Weinbach aus Hessen im ersten Wahlgang lediglich 24 von 109 Stimmen (22 Prozent) erhielt und darauf hin seine Kandidatur zurückzog. Als 2. Vorsitzender wurde Frank Poster aus Schleswig-Holstein gewählt, Schriftführerin wurde Sigrid Graedtke, Landesbezirk Brandenburg.
19.04.2010GdP erzielt Teilerfolg bei ÜbergabegesprächenIn dem seit 2004 schwelenden Rechtsstreit beim Polizeipräsidium Aachen um die Anerkennung von Übergabezeiten im Wachdienst als Arbeitszeit hat die GdP einen wichtigen Teilerfolg erzielt. Die zunächst gut geschriebenen, später jedoch wieder abgezogenen Stunden für die Übergabegespräche werden jetzt zumindest zur Hälfte erneut gutgeschrieben. Das hat Innenminster Ingo Wolf (FDP) am 19. April entschieden. Hintergrund der Entscheidung war eine von der GdP unterstützte Klage mehrerer Kolleginnen und Kollegen vor dem Verwaltungsgericht Aachen. Das Gericht hat den Kollegen Recht gegeben. Hiergegen war das Innenministerium beim OVG Münster in Berufung gegangen, das Gericht hatte den Berufungsantrag jedoch zum Teil abgelehnt.Bereits am 30.04.2009 hatte das OVG Münster die Berufung hinsichtlich notwendiger Übergabegespräche nicht zugelassen. Der Beschluss des Verwaltungsgerichts Aachen hinsichtlich der Übergabegespräche wurde dadurch rechtskräftig. Trotz dieser Entscheidung gab es seit einem Jahr keine Anzeichen, dass die in Abzug gebrachten Stunden wieder gut geschrieben werden sollten. GdP-Landesvorsitzender Frank Richter bewertet es positiv, dass dieser Schwebezustand jetzt überwunden werden konnte. "In den letzten Tagen hat es mehrere Gespräche zwischen dem Innenminister und der GdP gegeben, in denen Herr Dr. Wolf zugesagt hat, umgehend und unbürokratisch eine Teilösung zu veranlassen. Diese Zusage hat der Innenminister jetzt eingehalten,"
Für die rund 400 Kolleginnen und Kollegen in Aachen werden die 2004 in Abzug gebrachten Stunden umgehend hälftig wieder gut geschrieben.
Freitag, 16. April 2010
Mut für neue Denkmodelle Seit der Föderalismusreform sind die Bundesländer für die Besoldung und Versorgung ihrer Beamten zuständig. Faktisch geändert hat sich dadurch nichts. Denn bislang hat NRW das Bundesrecht lediglich formal in Landesrecht überführt. Doch nach der Landtagswahl soll das anders werden. Die GdP hat deshalb ein eigenes Konzept zur Modernisierung des öffentlichen Dienstrechts vorgelegt und fordert mehr Mut für neue Denkmodelle.
Handlungsbedarf sieht die GdP vor allem in Bezug auf die spezifischen Belastungen des Polizeiberufs und den demografischen Wandel, denn der macht auch vor der Polizei nicht Halt. Zum einem wird der bereits in den vergangenen Jahren stark gestiegene Altersdurchschnitt der Beschäftigten bei der Polizei in Zukunft noch weiter steigen. Und zum anderen werden wir wegen der sinkenden Zahl der Schulabgänger schon bald einen Wettlauf um die besten Köpfe erleben. Der öffentliche Dienst wird in Zukunft nicht nur mit der Privatwirtschaft, sondern auch untereinander um die weniger werdenden Berufseinsteiger konkurrieren. Auch bei der Polizei.
Die von der Politik geplante Dienstrechtsreform bietet aus Sicht der GdP dennoch auch Chancen: Sie öffnet den Blick für den Wettbewerb um die besten Ideen. Denn der öffentliche Dienst – auch der Polizeiberuf – ist in Zukunft nur dann attraktiv, wenn sich die Arbeitsbedingungen den gewandelten Anforderungen stellen. Wenn also bei der Besoldung der Polizeibeamtinnen und -beamten die tatsächliche Arbeitsbelastung anerkannt wird. Und wenn die nach Tätigkeit und Arbeitszeit unterschiedlichen Belastungen innerhalb des Polizeiberufs durch eine Faktorisierung der Lebensarbeitszeit ausgeglichen werden. In den „Eckpfeilern für ein neues Dienstrecht“, die der Landesbezirk Anfang April der Politik vorgelegt hat, stehen deshalb zwei Forderungen im Mittelpunkt: Eine stärkere Berücksichtigung der Belastungen des Polizeiberufs durch Zulagen und eine gerechtere Bewertung der bei der Polizei geleisteten Arbeitszeit. Hinter dieser Forderung steckt die Idee, die spezifischen Belastungen des Wach- und Wechseldienstes durch eine Faktorisierung der dort geleisteten Arbeitszeit auszugleichen. Wer lange im Wach- und Wechseldienst gearbeitet hat, könnte dadurch früher ohne Abschläge bei der Versorgung aus dem aktiven Berufsleben aussteigen. Zudem fordert die GdP, dass die geleistete Mehrarbeit der Polizisten in ein Arbeitszeitkonto einfließt. Die Beamtinnen und Beamten könnten dann selber entscheiden, ob die innerhalb eines Jahres angelaufenen Mehrarbeitsstunden durch Freizeitausgleich abgegolten werden sollen, oder ob sie das erarbeitete Zeitguthaben dafür ansparen wollen, früher aus dem aktiven Dienst auszuscheiden. Auch ein vorübergehendes Sabbatjahr soll möglich sein. Handlungsbedarf besteht auch beim Dienstunfallrecht. Polizeibeamte kommen regelmäßig in Situationen, die posttraumatische Belastungsstörungen auslösen können. Treten die Störungen erst lange nach dem eigentlichen Ereignis auf, werden sie häufig nicht als Folge eines Dienstunfalls anerkannt. Zudem muss die Gesundheitsprävention bei der Polizei nachhaltig gestärkt werden. Die GdP fordert deshalb bereits seit langem die Einführung eines Gesundheitsmanagements bei der Polizei. Die „Eckpfeiler für ein neues Dienstrecht in NRW“ zum Download
Donnerstag, 15. April 2010
Wir sichern Zukunft Nur zwei Wochen vor der auch bundesweit entscheidenden Landtagswahl in NRW hat die Gewerkschaft der Polizei für den 20. bis 22. April zu ihrem Landesdelegiertentag nach Dortmund eingeladen. Unter dem Motto „Wir sichern Zukunft“ werden 400 Delegierte und aktive Gewerkschaftsmitglieder aus ganz NRW über die Grundzüge der Arbeit der GdP für die kommenden vier Jahre beraten und u. a. den Geschäftsführenden Landebezirksvorstand für die nächste Legislaturperiode wählen.
Zu den politischen Gästen, die auf dem Landesdelegiertentag reden, zählen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, seine sozialdemokratische Herausforderin Hannelore Kraft sowie Innenminister Ingo Wolf. In einer politischen Dialogrunde werden die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Grüne Daniela Schneckenburger, der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Peter Biesenbach, der SPD-Innenpolitiker Ralf Jäger, der DGB-Landesvorsitzende Guntram Schneider und der GdP-Bundesvorsitzende Konrad Freiberg zu ihren Zukunftskonzepten für die Innere Sicherheit Rede und Antwort stehen. Zudem nehmen weitere Mitglieder der Landtagsfraktionen, Vertreter anderer europäischer Polizeigewerkschaften sowie zahlreiche Polizeipräsidenten und Landräte aus ganz NRW am Delegiertentag teil.
Von den Delegierten werden mehr als 200 Anträge zu den verschiedenen Aufgabenfeldern Polizeiarbeit und zu den Arbeitsbedingungen der Polizistinnen und Polizisten beraten. Eigene Leitanträge liegen zu den Themen Polizei im Spektrum der Gewalt, Verkehrssicherheit, Modernisierung des Dienstrecht, Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagementsystems bei der Polizei und Reform des LPVG vor. Breitere Debatten werden zudem bei den kriminalpolitischen Anträgen erwartet. Darunter zählt die Forderung nach Einführung eines zeitlich befristeten Fahrverbots als mögliche Strafe für jugendliche Gewalttäter, die Einführung elektronischer Fußfesseln als alternative für kurzfristige Freiheitsstrafen und die Forderung nach Strafbarkeit fremdsprachiger Naziparolen.
Donnerstag, 15. April 2010
Wir gehen vor! Gute Arbeit, Gerechte Löhne, Starker Sozialstaat „Wir gehen vor! Gute Arbeit, Gerechte Löhne, Starker Sozialstaat“ unter diesem Motto ruft der DGB in diesem Jahr die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu den Mai-Demonstrationen auf die Straße. In seinem Aufruf erinnert der DGB daran, dass die durch Finanzspekulanten ausgelöste Wirtschaftskrise noch lange nicht überwunden ist und fordert gesetzliche Grenzen für Zocker und Spekulanten.
Der GdP-Landesvorsitzende Frank Richter wird in Paderborn zu den Demonstrationsteilnehmern reden (10.00 Uhr, Rathausplatz), der DGB-Bundesvorsitzenden Michael Sommer in Dortmund (11.00 Uhr, Kennedyplatz). Weitere prominente Redner bei den NRW-weit 80 Mai-Demonstrationen sind unter anderem IG Metall-Vorstandsmitglied Regina Görner und die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft.
„Wir gehen vor!“ Aufruf des DGB zum 1. Mai 2010 1. Mai-Veranstaltungen in NRW Junge Gruppe Eishockeyturnier 2010
Mittwoch, 31. März 2010
Scheinheilige Debatte um die Freiheit des Internets sofort beenden! Düsseldorf. Der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter hat die erneut aufgeflammte Diskussion über die Sperrung von kinderpornografischen Seiten im Internet als scheinheilig kritisiert. „Fotos, auf denen die Sexualität von Kindern zur Schau gestellt und deren Vergewaltigung gezeigt wird, sind das Endprodukt einer qualvollen Misshandlung, unter der die Opfer ihr Leben lang leiden. Kinderpornografische Seiten müssen deshalb sofort gelöscht und die Straftäter konsequent verfolgt werden“, fordert Richter. Das erneut in der politischen Debatte aufgetauchte Argument, dass kinderpornografische Seiten weder gesperrt noch gelöscht werden dürften, weil sonst die Freiheit des Internets bedroht sei, bezeichnete Richter als skandalös. „Wir müssen die Opfer schützen, nicht die Täter“, sagte Richter. „Auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum, in dem die Misshandlung von Kindern geduldet werden kann.“
Als problematisch bewertet der GdP-Vorsitzende auch die von der EU-Kommission angestrebte Sperrung von kinderpornografischen Seiten. „Das bringt nichts, weil die Sperren sofort umgangen werden können“, sagte Richter. „Das hätte die EU-Kommission auch wissen können, wenn sie sich vor ihrem Vorstoß mit den Argumenten auseinandergesetzt hätte, die im vergangenen Jahr in Deutschland zum Scheitern einer gleich lautenden Gesetzesinitiative geführt haben.“
Um die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet zu verhindern, fordert die GdP zudem, dass der Verfolgungsdruck auf die Täter erhöht wird. „Das ist nur mit einem höheren Personaleinsatz möglich“, sagte Richter.
Montag, 22. März 2010
Polizei verteidigt das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit, nicht die Meinung der Demonstranten Duisburg. Wenn Polizisten rechtsradikale Demonstrationen begleiten, „verteidigen sie das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit – und nicht die politische Meinung der Demonstranten“, darauf hat der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter in einem heute in der NRZ erschienen Artikel hingewiesen. Zugleich distanzierte sich Richter ausdrücklich von den Zielen der rechtspopulistischen Vereinigung Pro NRW und der rechtsextremen NPD. Beide Organisation haben für das kommende Wochenende zu Demonstrationen in Duisburg aufgerufen.
Die Gewerkschaft der Polizei habe zu Vereinigungen wie Pro NRW „eine klare, ablehnende Haltung“, sagte Richter gegenüber der NRZ, „zur NPD sowie“. Pro NRW würde Forderungen vertreten, „die nicht in ein modernes Menschen- und Weltbild passen“. Die GdP begrüße deshalb ausdrücklich, „dass den Rechtspopulisten am Wochenende ein breites bürgerliches Bündnis gegenüber steht“.
Für das kommende Wochenende geht Richter von einem der größten Polizeieinsätze der vergangenen Jahre in NRW aus. „Die Kollegen werden aus den Stiefel nicht mehr rauskommen“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende gegenüber der NRZ. Die Arbeitsbelastung der Polizei ist an diesem Wochenende auch deshalb extrem hoch, weil Pro NRW neben der für Sonntag angekündigten Demonstration am Samstag einen Versuch unternehmen will, den 2008 an einem breiten Widerstand der Kölner Bevölkerung gescheiterten „Anti-Islam-Kongress“ in Gelsenkirchen zu wiederholen. Für Freitag plant Pro NRW außerdem Mahnwachen vor mehreren Moscheen im Ruhrgebiet. Weitere Kräfte der Polizei werden durch den am Donnertag in Duisburg beginnenden Bandidos-Prozess gebunden. Nach Meinung der GdP ist bei der Bereitschaftspolizei inzwischen die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Die GdP fordert deshalb, dass die derzeit 18 Einsatzhundertschaften in NRW um drei weitere Hundertschaften verstärkt werden. „Die Kollegen werden aus den Stiefeln nicht rauskommen“. Artikel aus der NRZ vom 22.03.2010 zum Download.
Freitag, 12. März 2010
Gemeinsame PM Landkreistag NRW/GdPSicherheit fängt vor Ort an: Landkreistag und Gewerkschaft der Polizei wollen dezentrale Polizeiarbeit stärken Düsseldorf. Ein Jahr nach dem Amoklauf von Winnenden haben die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der Landkreistag Nordrhein-Westfalen, kommunaler Spitzenverband der Kreise in NRW, bei einem gemeinsamen Arbeitstreffen die Bedeutung der dezentralen Polizeiarbeit unterstrichen. Ob Strafverfolgung oder Verkehrsüberwachung, Verbrechensbekämpfung oder Gewaltprävention – Sicherheit fängt vor Ort an. „Die Polizei profitiert von den Erkenntnissen, die wir auf kommunaler Ebene gewinnen, zum Beispiel in der Jugend- und Sozialarbeit, aber auch in den Bereichen Gesundheit, Ordnung, Ausländerwesen, Straßenverkehr und Umwelt“, erklärten Landrat Thomas Hendele, Vizepräsident und Vorsitzender des Polizeiausschusses beim Landkreistag NRW, und Landrat Dr. Arnim Brux, Ennepe-Ruhr-Kreis, ebenfalls Vizepräsident beim Landkreistag. „Die einheitliche Führung durch die Landräte und ihre Zuständigkeit für verschiedene sicherheitsrelevante Bereiche ist von unbestreitbarem Vorteil für die Polizei“, unterstrich GdP-Landesvorsitzender Frank Richter.
Besonderen Handlungsbedarf sahen die Gesprächspartner in der Motivation der Polizeibeamten und in der personellen Ausstattung der Dienststellen. „Es kann nicht sein, dass besonders erfolgreiche Kreispolizeibehörden Personal abbauen müssen, weil die Kriminalität zurückgeht. Dann wären sie quasi Opfer des eigenen Erfolges. Das ist absolut demotivierend“, so die Landräte und die Gewerkschaftsvertreter. Im Hinblick auf die anstehende Reform des Dienstrechts in Nordrhein-Westfalen sollten die Nachwuchsgewinnung für die Polizei, die Eröffnung von Karrierechancen und eine flexible Gestaltung der Pensionsgrenzen je nach individueller Belastungssituation im Vordergrund stehen. „Die hohe Qualifikation der Polizeibeamten muss erhalten bleiben“, betonten die Vertreter beider Organisationen.
Donnerstag, 11. März 2010
Alle 90 Minuten Übergriff auf Polizeibeamte Düsseldorf. 2009 hat es in Nordrhein-Westfalen erneut 5700 Übergriffe auf Polizeibeamte gegeben. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat deshalb Innenminister Ingo Wolf (FDP) aufgefordert, entschiedener gegen die zunehmende Gewalt gegenüber der Polizei vorzugehen. „Dass es in NRW alle 90 Minuten zu einem Übergriff auf Polizisten kommt, ist nicht hinnehmbar“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Frank Richter. „Wolf muss endlich sein Ende vergangenen Jahres gegebenes Versprechen einlösen, eine Studie zu den Ursachen der Gewalt auf den Weg zu bringen“, fordert der GdP-Vorsitzende. „Nur wenn wir die Ursachen kennen, können wir der zunehmenden Gewalt etwas entgegensetzen.“
Dieses Problem wird nach Beobachtungen der GdP auch nicht dadurch gelöst, dass im Innenministerium seit Anfang des Jahres gewalttätige Übergriffe auf Polizeibeamte gesondert erfasst werden. In der neuen Statistik werden weder die genauen Umstände der Übergriffe erhoben, noch Widerstandshandlungen in der Vergangenheit berücksichtigt. „NRW fällt damit weit hinter die Standards zurück, zu der sich die meisten anderen Bundesländer verpflichtet haben“, erklärte Richter. „Deshalb ist zu befürchten, dass die Zahl der gewalttätigen Übergriffe auf die Polizei in den kommenden Jahren weiter wachsen wird, wenn das Land nicht endlich gegensteuert“, warnte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende.
Grafik zum Download.
Mittwoch, 3. März 2010
Körperverletzungen und Einbrüche stärker in den Blick nehmen Düsseldorf. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in der heute veröffentlichten Kriminalstatistik 2009 einen Beleg für die hohe Leistungsfähigkeit der Polizei in NRW. „Alle kennen die personelle Unterbesetzung der Polizei. Dass im vergangenen Jahr trotz eines leichten Anstiegs der Kriminalität auf 1,5 Millionen Straftaten (+ 0,4 Prozent) die Aufklärungsquote auf 50,8 Prozent gestiegen ist, haben wir vor allem dem hohen persönlichen Engagement der Polizistinnen und Polizisten zu verdanken. Dafür gehört ihnen ausdrücklich Lob und Anerkennung“, erklärte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter. Sorge bereitet der GdP dagegen die deutliche Zunahme der Körperverletzungen, der Wohnungseinbrüche und der Vermögensdelikte.
2009 gab es in NRW 188 040 Fälle von Raub und Körperverletzung, 3,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Raube stieg um 1,2 Prozent, die Fälle einfacher Körperverletzung sogar um 3,6 Prozent. „Wenn ich als Bürger das Gefühl habe, dass ich abends nicht mehr sicher durch die Straßen gehen kann, ohne bedroht oder sogar angegriffen zu werden, berührt das meine Sicherheit unmittelbar. Deshalb muss die Polizei die Bekämpfung der Straftaten, die für das Sicherheitsgefühl der Menschen entscheidend sind, stärker in den Blick nehmen“, fordert Richter.
Verstärkte Anstrengungen sind auch bei der Bekämpfung der Wohnungseinbrüche erforderlich. Deren Zahl stieg im vergangenen Jahr um 8,2 Prozent auf 41 115 Fälle. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote von 16,1 auf 14,4 Prozent. „Dass Wohnungseinbrüche faktisch ohne jedes Risiko begangen werden können, hinterher für die Tat zur Rechenschaft gezogen zu werden, ist nicht hinnehmbar“, sagte Richter. „Wohnungseinbrüche sind ein massiver Eingriff in die Intimsphäre der Opfer. Wir fordern deshalb von Innenminister Ingo Wolf (FDP) ein Modellprojekt, mit dem unabhängig von den sonst geltenden engen finanziellen und personellen Ressourcen erprobt wird, wie die Aufklärungsquote nachhaltig erhöht werden kann. Zudem fordert die GdP deutliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Vermögensdelikten. Deren Zahl stieg im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent auf 268 570 Straftaten. Die Zahl der über das Internet begangenen Straftaten nahm sogar um 27,1 Prozent zu. „Um diesen Trend zu brechen, muss die Strafverfolgung im Internet verstärkt werden“, fordert Richter.
Mittwoch, 3. März 2010
GdP fordert neue Personalstrategie für den Höheren Dienst Die Führungskräfte bei der Polizei tragen eine besondere Verantwortung für die Leistungsfähigkeit und die Qualität der Polizeiarbeit. So sieht das auch der Innenminister. Trotzdem fehlen bei der Polizei in NRW im Höheren Dienst aktuell alleine 20 Planstellen, um alle nach dem Polizeiorganisationsgesetz (POG) I und II vorgesehenen Funktionen besetzen zu können. Weitere 30 Planstellen wären erforderlich, um den Personalausfall durch Auslandseinsätze, Erziehungs- und Sonderurlaub sowie Projektarbeit auszugleichen. In einem persönlichen Brief hat der GdP-Landesvorsitzende Frank Richter deshalb Innenminister Dr. Ingo Wolf (FDP) aufgefordert, die Personalentwicklung für den Höheren Dienst an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Welche Schritte dazu im Einzelnen erforderlich sind, hat die GdP in einem umfangreichen Positionspapier unter dem Titel „Zukunft des Höheren Dienstes in der Polizei NRW“ zusammengefasst.
Weil für Auswahl und Schulung von Polizeibeamtinnen und -beamten für den Höheren Dienst vier Jahre Zeit erforderlich sind, bis die neuen Führungskräfte ihre Funktion übernehmen können, fordert die GdP, dass die Personalentwicklungsstrategie bereits jetzt auf den Bedarf ausgerichtet wird, der 2014 bei der Polizei besteht. Dabei muss auch die in den kommenden Jahren stark steigende Zahl von Pensionierungen berücksichtigt werden.
Nach Berechnungen der GdP muss deshalb die Zahl der Polizeibeamtinnen und -beamten, die für ein Masterstudium zugelassen werden, in diesem Jahr von 16 auf 56 steigen, 40 mehr als bislang vom Innenministerium geplant. Bis 2014 muss die Zulassungszahl schrittweise auf 83 steigen. Zudem fordert die GdP, dass parallel mit der Ausweitung der Stellen für den Höheren Dienst auch die Stellenplanobergrenzen angepasst werden. Die Zahl der Planstellen nach A 15 soll um 60 steigen, die Zahl der Stellen nach A 16 um 20. Positionspapier „Zukunft des Höheren Dienstes in der Polizei NRW“
Dienstag, 2. März 2010
Vorratsdatenspeicherung umgehend verfassungskonform machen! Düsseldorf. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Landesregierung aufgefordert, umgehend über den Bundesrat eine Gesetzesinitiative zur verfassungskonformen Ausgestaltung der Vorratsdatenspeicherung auf den Weg zu bringen. „Wer der Polizei im Internetzeitalter den Zugriff auf Telekommunikationsdaten verwehrt, würde sie blind machen. Selbst schwere Straftaten könnten dann nicht mehr aufgeklärt werden“, erklärte GdP-Landesvorsitzender Frank Richter zu den Folgen der heutigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes. „Genau das haben die Verfassungsrichter nicht gewollt: Sie haben ausdrücklich keinen Verzicht auf die Vorratsdatenspeicherung gefordert, sondern nur dessen jetzige Form für nicht verfassungsgemäß erklärt“, sagte Richter.
In Ihrer heutigen Entscheidung hat das Bundesverfassungsgericht dazu erklärt: „Eine Rekonstruktion gerade der Telekommunikationsverbindung ist für eine effektive Strafverfolgung und Gefahrenabwehr von besonderer Bedeutung“. „Das ist eine Aufforderung an die Politik, die Gesetzeslücke umgehend zu schließen“, betonte Richter.
Weil auf Grund der Entscheidung des Verfassungsgerichts alle bislang gespeicherten Daten vernichtet werden müssen, sieht die GdP auch die Landesregierung in der Pflicht. „Sie muss über den Bundesrat dazu beitragen, dass die jetzt entstandene Rechtslücke schnellstmöglich geschlossen wird“, fordert Richter. „Die nahende Landtagswahl darf kein Grund für die schwarz-gelbe Landesregierung sein, die Initiative in dieser Frage bis zur Wahl an den Bund abzugeben.“ Richter sieht auch deshalb die Landesregierung gefordert, weil sie für die Gefahrenabwehr zuständig ist.
Freitag, 26. Februar 2010
Tarifpolitische KonferenzGdP fordert Ende der kalten Privatisierung Oberhausen. Vier Jahre nach der Einführung des Tarifvertrags für die Beschäftigten der Länder (TV-L) und dem fast zeitgleich erfolgtem Amtsantritt der schwarz-gelben Koalition in Düsseldorf, haben die Beschäftigen der Polizei auf einer tarifpolitischen Konferenz der GdP in Oberhausen eine erste Zwischenbilanz gezogen. „Die Hoffnung der Bundesländer, die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes durch die Einführung des TV-L nachhaltig zu schwächen, ist nicht aufgegangen“, erklärte die stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Brigitte Herrschaft. Als Erfolg wertete Herrschaft zudem, dass bisher Zwangsversetzungen in das PEM verhindert werden konnten. Allerdings sind nach den Beobachtungen der GdP in den vergangenen Jahren die Aufstiegsmöglichkeiten der Tarifbeschäftigten massiv eingeschränkt worden. Zudem werden befristete Arbeitsverträge bei der Polizei oft selbst dann nicht verlängert, wenn die Beschäftigen dringend gebraucht werden.
„Vor allem bei den Kfz-Werkstätten setzt Innenminister Ingo Wolf (FDP) auf eine kalte Privatisierung, indem frei werdende Stellen nicht wieder besetzt werden. Die Werkstätten rutschen dadurch künstlich in die roten Zahlen und werden dann privatisiert“, kritisierte Herrschaft. Nicht hinnehmbar ist für die GdP zudem, dass sich für viele Tarifbeschäftigte ein Aufstieg in eine höhere Tarifgruppe kaum noch rechnet. Bei einer Höhergruppierung im Bereich der Entgeltgruppen 2 bis 8 steigt das Gehalt oft nur um den tarifvertraglich vereinbarten Mindestbetrag von 25 Euro. Verantwortlich dafür ist die Praxis vieler Polizeibehörden, die Beschäftigten trotz langjähriger Berufserfahrung nur in die Eingangsstufe der höheren Entgeltgruppe einzugruppieren. „Das ist ein eklatanter Verstoß gegen das Leistungsprinzip“, sagte Herrschaft.
Nach einem Beschluss der tarifpolitischen Konferenz soll Brigitte Herrschaft die Tarifbeschäftigten der Polizei auch in der kommenden Wahlperiode im Geschäftsführenden Landesbezirksvorstand (GVS) der GdP vertreten. Diesem Vorschlag muss der Landesdelegiertentag im April noch zustimmen.
![]() Freitag, 26. Februar 2010
Modellprojekt zur Verbesserung der Aufklärungsquote gefordert In NRW gibt es ein dichtes Netz von Beratungsangeboten zum Schutz vor Wohnungseinbrüchen. Aber meist sind die Beratungsstellen finanziell und personell kaum unterfüttert. Und auch beim Opferschutz hapert es. Auf dem Kriminalforum der GdP am 25. Februar in Düsseldorf haben deshalb gut 70 Präventionsexperten aus ganz NRW die Einrichtung eines Modellversuchs gefordert, in dem ohne die sonst geltenden finanziellen Restriktionen die Möglichkeiten einer gezielten Bekämpfung des Delikts Wohnungseinbruch erprobt wird. Ziel des Projekts soll auch eine nachhaltige Steigerung der Aufklärungsquote sein. Sie liegt bei Wohnungseinbrüchen landesweit gerade einmal bei 16 Prozent.
Zuvor hatten auf dem Forum Polizeipraktiker verschiedener Behörden ihre Konzepte zur Bekämpfung von Einbruchsdelikten präsentiert. Der renommierte niedersächsische Kriminalitätsforscher Prof. Dr. Christian Pfeiffer hatte zudem anhand empirischer Daten erläutert, warum der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Trend zu rückläufigen Einbruchszahlen vor allem der erfolgreichen Präventionsarbeit der Polizei zu verdanken ist. Scheiterten früher knapp 20 Prozent aller Einbruchsversuche, so gilt das heute für 40 Prozent. Die weitere Verbreitung einbruchhemmender Technik würde aber ein entsprechendes Beratungsangebot voraussetzen. „Das kann nur die Polizei“, erklärte Pfeiffer.
Wohnungseinbrüche werden überwiegend von jüngeren Straftätern begangen. Pfeiffer geht deshalb zwar davon aus, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche in den kommenden Jahren aufgrund des demografischen Wandels weiter sinken wird, das sei aber kein Grund, bei der Aufklärungsarbeit der Polizei zu sparen. Nach Beobachtung der übrigen Forumsteilnehmer ist aber genau das bereits jetzt der Fall. In den meisten Polizeibehörden in NRW gebe es einen deutlichen Trend, die Bekämpfung und Verfolgung von Einbruchsdelikten zugunsten anderer Straftaten zurückzustellen. Einer der Gründe dafür sind die bei der Polizei verbreiteten Rankinglisten: Weil die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen beim Ranking nicht viel bringt, werden die begrenzten Ressourcen in vielen Polizeibehörden lieber auf andere Bereiche konzentriert. Der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter hat diese Praxis auf dem Kriminalforum kritisiert. „Wohnungseinbrüche sind aus Sicht der Opfer eine schwere Straftat, weil sie ein massiver Eingriff in die Intimsphäre sind. Die niedrige Aufklärungsquote ist deshalb ein ernst zu nehmendes Warnsignal, dass wir hier mehr tun müssen“, sagte Richter.
Liebe Kolleginnen, Opferschutz muss gestärkt werden Düsseldorf. Der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter fordert, dass der Opferschutz bei Einbrüchen gestärkt wird. „Bei Wohnungseinbrüchen werden oft nur kleine Beträge gestohlen“, sagte Richter auf dem heutigen Kriminalforum seiner Gewerkschaft, „trotzdem ist ein Einbruch in die eigene Wohnung für die Opfer kein Bagatelldelikt, sondern ein schwerwiegender Eingriff in die eigene Intimsphäre.“ Opfer von Wohnungseinbrüchen würden das Gefühl verlieren, in der eigenen Wohnung sicher zu sein. Viele würden befürchten, erneut Opfer einer Folgetat zu werden. „Deshalb muss der Opferschutz nach einem Wohnungseinbruch stärker in das Zentrum der polizeilichen Arbeit gerückt werden“, sagte Richter.
Zudem tritt die GdP für eine Stärkung der Beratungs- und Aufklärungsarbeit der Polizei ein. „Dass die Zahl der Wohnungseinbrüche in NRW in den vergangenen Jahren von fast 45 000 Fällen auf nur 38 000 Fälle pro Jahr zurück gegangen ist, ist auch ein Erfolg der polizeilichen Aufklärungsarbeit“, sagte Richter. Die Schlussfolgerung, dass wir auf Grund der rückläufigen Fallzahlen jetzt bei der Präventionsarbeit der Polizei sparen können, sei jedoch ein Trugschluss. Die Zahl der Wohnungseinbrüche würde dann schnell wieder nach oben gehen.
Wie der Opferschutz nach einem Einbruch gestärkt werden kann und was die Haus- und Wohnungseigentümer tun können, um ihre eigene Wohnung besser zu schützen, diskutieren auf dem eintägigen Kriminalforum der GdP Einbruchs- und Opferschutzexperten der nordrhein-westfälischen Polizei. Unter den Referenten des Forums ist auch der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Prof. Dr. Christian Pfeiffer.
Achtzehn? Zwanzig? Zwo? Null? - Passe! Skat-Turnier am Montag, 22.03.2010Ab sofort könnt Ihr Euch unter Tel.: 0201/ 829 2480 (GdP-Büro), bei Klaus Zedler (Tel.: 829 2401), oder auch per E-Mail (Heiko Müller), zum diesjährigen Skat-Turnier anmelden. Das Kreisgruppenturnier Essen/Mülheim dient als Ausscheidungswettkampf zum Landesskat-Turnier. Aber keine Angst - auch Anfänger haben eine Chance. Weiteres erfahrt Ihr in der angehängten Datei.
Mittwoch, 17. Februar 2010
Kleist, Hollywood und die Scorpions Recklinghausen. Die Zeiten, in denen in Recklinghausen Kohle gefördert wurde, gehören längst der Vergangenheit an. Doch das im Winter 1946 von Hamburger Schauspielern gegebene Versprechen, als Dank für die in einer Extraschicht zu Tage geförderte Kohle im Sommer nach Recklinghausen zurückzukommen, um für die Bergleute Theater zu spielen, wirkt bis heute nach. Mehr als sechzig Jahre nach ihrer Entstehung bieten die Ruhrfestspiele Recklinghausen auch 2010 wieder einen ganz eigenen Kulturmix, wie er in keinem anderen Theaterfestival sonst zu sehen ist. Hochkarätige Inszenierungen führender deutscher Theaterbühnen gehören ebenso zum Programm wie der Auftritt von Hollywood-Stars. Die Uraufführungen neuer Stücke ebenso wie Produktionen der freien Theaterszene. Und auch in diesem Jahr gibt es wieder ein ambitioniertes Kabarettprogramm und das schon fast legendäre Abschlusskonzert. In diesem Jahr mit den Scorpions.
Einen Schwerpunkt setzen die Ruhrfestspiele im aktuellen Festivalprogramm auf Heinrich von Kleist. Fast das gesamte Lebenswerk des 1811 mit 34 Jahren gestorbenen Dichters der Romantik ist in Recklinghausen zu sehen, vom Käthchen von Heilbronn bis zum Prinz Friedrich von Homburg. Auf der Bühne stehen in diesem Jahr in Recklinghausen unter anderem Dominique Horwitz, Ulrich Matthes, Hanna Schygulla, Heinz Bennet, Otto Sander und Hollywoodstar John Malkovich. Im Kabarettprogramm zeigt Wilfried Schmickler, Dauergast in der WDR-Sendung Mitternachtsspitzen, sein neues Soloprogramm (Foto).
Träger der am 1. Mai beginnenden Ruhrfestspiele sind die Stadt Recklinghausen und der DGB. Für GdP-Mitglieder gibt es ermäßigte Eintrittskarten. Infos: www.ruhrfestspiele.de 11.02.2010Arbeitgeber setzten harte Linie gegen Beschäftigte fortTarifverhandlungen gescheitert
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| Kerstin Philipp, für den Tarifbereich zuständiges Mitglied im Geschäftsführenden GdP-Vorstand: „Wir hoffen nach wie vor, durch die Schlichtung eine Lösung am Verhandlungstisch zu erreichen. Dennoch werden wir unsere Vorbereitungen für einen Arbeitskampf bei Bund und Kommunen treffen müssen.“ Als besonders empörend bezeichnete Philipp die Absicht der Arbeitgeber, den größten Anteil des ohnehin mageren Angebotes in eine Ausweitung der leistungsorientierten Bezahlung zu stecken. Philipp: „Auf diesem Wege wollen die Arbeitgeber die Beschäftigten bei Bund und | ||
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Kartenverkauf: GdP-Büro, Norbertstr. 165, 45131 Essen Das Rock Orchester Ruhrgebeat ist zurück – präsentiert von marcellini!Erleben Sie das große Konzert des 32-köpfigen Rockorchesters amSamstag, dem 20. März 2010 um 20:00 Uhr in der Grugahalle in Essen.Die temperamentvolle Bühnenpräsenz des Rock Orchester Ruhrgebeat lässt den Auftritt zu einem einzigartigen Erlebnis werden. Die Zuschauerreaktionen sind überwältigend, und das generationen-übergreifend.Kein Wunder, denn während der oft dreistündigen Konzerte geht es mit Vollgas quer durch die Rock- und Popgeschichte. Ob fulminante Hymnen wie „Bohemian Rhapsody“ oder „Barcelona“ von Queen, unterschiedliche Interpretationen von Klassikern wie „With a little help from my friends“ (Beatles/ Joe Cocker) oder das aktuelle Medley der Hits von Michael Jackson: Die Halle wird beben und Sie sind dabei! |
Donnerstag, 14. Januar 2010
Donnerstag, 14. Januar 2010